Schon vor Corona waren Arbeitsplätze aufgrund von Urlaub, Geschäftsreisen oder Krankheit nur zu 65 Prozent ausgelastet. Und jetzt, während der Pandemie, sind Firmengebäude regelrecht wie leergefegt. Immer mehr Menschen arbeiten von daheim, um das Infektionsgeschehen auf einem möglichst niedrigeren Stand zu halten. Arbeitgebende zahlen so für Büroräume, die keiner nutzt; und Arbeitnehmende verrichten ihr Tagwerk allein in den heimischen vier Wänden. Desknow will in diesen Zeiten ein Angebot liefern, das Unternehmen die Möglichkeit gibt, zusätzliche Einnahmen aus ihren Geschäftsräumen zu generieren, und Mitarbeitenden, auch mal aus der Wohnung herauszukommen. Wer Platz hat, bietet freie Tische in der App an. Wer Platz sucht, kann sie buchen.

Ab und an vom Homeoffice ins Büro wechseln

„So einfach wie eine Flugbuchung – das war unser erklärtes Ziel für den gesamten Prozess der gewerblichen Untervermietung“, sagt Desknow-Mitgründer Marius Jarzyna gegenüber t3n. Die Idee entstand, als er Mitte 2019 selbst versuchte, freie Arbeitsfläche von einem Unternehmen unterzuvermieten, das er damals noch als Managing Director führte. „Alleine der Zeit- und Arbeitsaufwand, den mich dies gekostet hätte, machte das Ganze unattraktiv – ganz davon abgesehen, wie wenig es sich finanziell gelohnt hätte“, so Marius Jarzyna weiter. Mit der komplett eigenfinanzierten Gründung von Desknow bieten er und seine Mitgründenden jetzt alles aus einer Hand – sogar mit einem Möbelpartner an der Seite. So können sich Arbeitgebende ganz auf ihr Geschäft konzentrieren.

Ich kann es nicht leiden, wenn Leute denken, New Work ist allein ein Remote-Arbeitsplatz irgendwo.

Desknow würde sich für Unternehmen aller Größenordnungen eignen – egal, ob in Städten oder in ländlichen Regionen, egal, ob traditioneller Mittelständler, schnell wachsendes Startup oder etablierter Großkonzern. Laut einer Ifo-Umfrage wollen 54 Prozent der Unternehmen das Homeoffice künftig stärker nutzen als vor dem Ausbruch der Pandemie. Covid-19 führt also zu einer deutlichen Verschiebung in der Sichtweise der Unternehmen auf ihre Arbeitsflächen. Davon würden auch Berufspendelnde profitieren, die sich von ihrem Arbeitgebenden einen Arbeitsplatz näher am Wohnort wünschen, sowie mobile Arbeitsgruppen, die kurzeitig eine Fläche in Anspruch nehmen wollen. Auch Freelancer, die sich ab und zu nach einem Büroarbeitsplatz sehnen, profitieren.

Marius Jarzyna könne es nicht leiden, wenn Leute denken, dass New Work allein ein Remote-Arbeitsplatz irgendwo an einem Ort sei, der nicht das Firmengebäude ist. New Work sei so viel mehr. Die Arbeitswelt verändere sich; zwar würde das Büro auch nach Corona nicht aussterben, so Jarzyna, weil Menschen zusammenkommen möchten, jedoch würde es sich künftig ständig in Bewegung befinden. Diese Ansicht teilen auch andere: Die Gründer Karsten Kossatz und Erik Müller arbeiten seit vergangenem Jahr an einem ähnlichen Angebot und vermieten ebenfalls Schreibtische in der Nähe – selbst das Arbeiten auf dem Berliner Fernsehturm oder im Spionagemuseum sei in ihrer Independesk-App möglich. Das Angebot ist jedoch noch auf Deutschland beschränkt.